Albumcheck | Born To Die von Lana del Rey

Aufgespritzte Lippen, für die man sich nicht schämen muss. Ein verführerischer Augenaufschlag, der sogar Frauen weichkocht. Eine Stimme, die kokett aber dennoch Engelsgleich wirkt. Eine Kunstfigur? Keine Frage. Aber anders als Lady Gaga, setzt die amerikanische Sängerin Lana del Rey auf andere Akzente. Retro Style ist angesagt.

Sexy und 60s-like und mit einem enormen Talent ausgestattet präsentiert die Künstlerin ihr Album „Born to die“. Dabei verzückt die Sängerin nicht nur mit einem atemberaubenden Aussehen sondern auch mit einer herausragenden Stimme.

Einer der Produzenten del Rey’s ist kein geringerer als Guy Chambers, der bereits mit Robbie Williams riesige Erfolge feiern konnte. Außerdem arbeitet sie mit Eg White zusammen, der schon Adele und Duffy zum internationalen Durchbruch verhelfen konnte. Übrigens: Lana’s Künstlername setzt sich sowohl aus dem Namen der amerikanischen Schauspielerin Lana Turner sowie dem Automobilmodell Ford Del Rey zusammen, denn ihr wirklicher Name ist Elizabeth (Lizzy) Grant.

In den Medien wird Lana schon als Anti-Gaga gefeiert.

Doch ist dieser Vergleich wirklich wünschenswert? Lana’s Look ist erfrischend. Ihre Songs beheimaten eine besondere Art von Melancholie, die zwar schmerzend aber dennoch hoffnungsvoll erscheint. Anfänglich ist Lana’s Welt von rosa Wolken geprägt. Polaroid-Bilder, die Zeugnis davon ablegen sollen, dass die alten Zeiten doch besser waren als es die jetztige jemals sein kann.

Kein Plastik-Kitsch a la Katy Perry regiert Lana’s Welt, sondern ehemaliger Hollywoodflair, Cadillacs und stilvoller Glanz der USA der 1960s. Obwohl die Sängerin recht unschuldig wirkt, ist sie es nicht. Ein wenig neualter Patriotismus gepaart mit einer großen Portion Wehmut schlägt sich bei der 25-jährigen Sängerin durch.

Lana del Ray stilisiert sich zu einem neuen Typ von Frauen. „Gangsta Nancy Sinatra“ setzt dabei gekonnt den alten melodischen Sound der 1960s in Szene und kombiniert ihn mit Popklängen, die leichte Hip Hop Einflüsse aufweisen können. Sie selbst betitelt ihren Stil als „Hollywood Pop/Sadcore“ und ihren Look als „Lolita, die sich im Ghetto verlaufen hat“.





„Ich erzähle in meinen Songs von epischen, in Stücke zerlegten und in die Länge gezogenen Love-Stories. Das ist es, wo ich hin will. Ich möchte mit meiner Musik Leben zerstören und den Zauber der Gefahr verstehen. Gäbe es ohne Scarface auch nur halb so viele Gangster, wie da draußen rumlaufen? Odd Future, Lil Wayne, Simon Cowell. Man kann von den Geschichten dieser Leute einfach nicht lassen, wie sehr sie auch von der Macht verdorben sein mögen.

Es gibt da ein ganzes neues Genre, dem niemand Beachtung schenkt. Der American Dream und der American Psycho fangen an, die gleiche Sache zu repräsentieren. Das Kino und die Musik und das Leben beginnen ineinander zu fließen. Tod ist Kunst. Die Popmusik hat sich totgelaufen. Der einst blühende Traum ist tot.“ beschreibt Lana ihre Musik.


Anspieltipps:

  • Video Games
  • Blue Jeans
  • Million Dollar Man
  • Summertime Sadness

Mit „Born to die“ legt Lana del Rey ein beeindruckendes Werk vor, von dem man gar nicht satt werden kann. Es wäre nicht verwunderlich, wenn Lana mit ihrem Longplayer direkt hoch in die Charts einsteigt. Obwohl das Jahr noch jung ist, würde ich einfach behaupten, dass „Born to die“ mit eines der besten Alben im Jahr 2012 sein wird.  Besser geht kaum. Jetzt macht die Endlosschleife wieder einen Sinn.

Und auch wenn es einige nicht gutheißen wollen: das Frauenbild aus den 1960s kann auch schön sein.

DAS IST GROßES KINO: absoluter Kaufbefehl! 

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