MATT PRYOR (The Get Up Kids, The New Amsterdams)

MATT PRYOR bedarf keiner großen Vorstellung – sicherlich ist er als Sänger und Gitarrist von Kansas Citys Lieblingen THE GET UP KIDS bekannt. Zusätzlich zu dem schöneren Teil der letzten 15 Jahre seiner Karriere, in dem diverse Tonträger veröffentlicht und Tourneen absolviert worden sind, hat MATT PRYOR auf vielfältige, unterschiedliche Arten ein Ventil für seine musikalischen Launen gefunden.

Zum einen sind da THE NEW AMSTERDAMS zu nennen, sein erstes viel beachtetes Projekt, das sich bereits parallel zu THE GET UP KIDS mit der Veröffentlichung von sechs Alben etabliert hat. Zudem hat MATT PRYOR ein Alter Ego namens THE TERRIBLE TWO – ein Projekt, das Musik für Kinder macht. Und im Jahr 2008 hat MATT PRYORs langjähriger Labelpartner Vagrant sein Solodebüt„Confidence Man“ veröffentlicht – das erste unter seinem Namen. In der Konse- quenz hat MATT PRYOR bereits eine Vielzahl von Veröffentlichungen hinter sich – darunter 15 Full Length Alben – allesamt geprägt von MATT PRYORs bissigem und einfühlsamem Songwriting, sowie seiner markanten Art zu singen.

Dieser Tradition folgend erscheint 2012 das brandneue Soloalbum – erneut unter seinem Namen – mit dem Titel„May Day“. Wie schon„Confidence Man“ wurde„May Day“ erneut in MATT PRYORs Home Studio in diversen Sessions aufgenommen, die sich 2011 in den wenigen Pausen wischen der Tourneen mit THE GET UP KIDS ergeben haben. MATT PRYOR hatte einige Songideen in der Schublade gesammelt, aber im Monat Mai kam dann eins zum anderen – daher der Albumtitel. Ein Konzeptalbum? Im Entstehungsprozess vielleicht, aber nicht thematisch. Tatsächlich hat MATT PRYOR das Album im Mai 2011 fertig geschrieben, aufgenommen und abgemischt. Zudem wurde die Finanzierung des Albums durch Fanunterstützung über das Portal Kickstarter sicher gestellt.
Und noch vor Anfang Juni war diese in trockenen Tüchern!

Ohne Zweifel war Kickstarter ein folgerichtiger Partner für das Album, schließlich ist Matt Pryor über die Jahre über seine musikalischen Machenschaften hinaus stets für eines bekannt gewesen: die Hingabe zu seinen Fans und die Interaktion mit ihnen – stets lässt er sich bereitwillig am Mer- chandise-Stand blicken, signiert Platten, lässt sich fotografieren und schüttelt die Hände seiner Unterstützer. Zu sagen, dass die Kampagne erfolgreich gewesen ist, wäre noch untertrieben. Denn das gewünschte Ziel wurde bereits innerhalb weniger Tage erreicht, und am Ende waren die Beiträge nahezu zweieinhalb mal so hoch wie ursprünglich angepeilt! So wurde„May Day” zu einem fanorientierten Projekt, in das die Community sowohl hinsichtlich der Finanzierung der Aufnahmen involviert war also auch in den kreativen Entstehungsprozess einschließlich der Hilfe der Kickstarter-Spender bei der Auswahl des Album Artworks.

Von den Erfahrungen mit der letzten Veröffentlichung von THE GET UP KIDS inspiriert, hat sich MATT PRYOR dazu entschieden, für dieses Album sein eigenes Label Nightshoes Syndicate zu gründen. Massiv verstärkt wird diese DIY Ansatz und der Fokus auf die Fan-Community ganz sicher dadurch, dass MATT PRYOR nicht die üblichen Tourneeoptionen wahrnehmen möchte. Im ist eher nach Wohnzimmerkonzerten, um das Album gebührend zu präsentieren.

Auf die eine oder andere Art kann„May Day”als MATT PRYORs bis dato direktestes und boden- ständigstes Album gesehen werden. Die Aufnahmen, denen wegen der Mai-Deadline ein strik- ter Zeitplan zugrunde lag, war ein Fall von„Starte die Aufnahme und fange den Moment ein”. Perfekt! Keine Zeit, auf Dingen rumzureiten oder diese zu überdenken. Personifiziert wird dieser Umstand möglicherweise durch den Opener Don’t Let the Bastards Get You Down, der durch die spartanische Gitarre und MATT PRYORs fast schon entleibten Gesang. Oder den Song Unhappy is the Only Happy That You’ll Ever Be, der um ein simples Banjospiel herum konstruiert ist. Der akustikorientierte Aufbau ist eine Umgebung, in der MATT PRYOR zu großer Entfaltung kommt.

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