Interviewcheck | Im Gespräch mit Zip Tone

zip-tone-pressefoto-albumcheck

Zip Tone aka Kerstin Leidner wird am 09. Dezember ihr Album „Sandman“ veröffentlichen. Wie ihr wisst, schrieb die junge Künstlerin die Texte und komponierte ihren Longplayer selbst. Zudem übernahm sie den Gesang sowie das Mixing. Doch auch die Gestaltung des CD-Covers und die ihrer Webseite gab sie nicht in andere Hände, sondern sie kümmerte sich um alles. ALLEIN!

Wir haben die Musikerin um ein Interview gebeten und ihr ein wenig auf den Zahn gefühlt. 

Albumcheck: Wie bist Du dazu gekommen Musik zu machen, schließlich bist Du ja ausgebildete Grafikerin?!

Kerstin: Das hat ja nichts miteinander zu tun, das eine ist mein Job und das andere meine Leidenschaft. Meine Arbeit macht mir großen Spaß, weil ich da ja auch kreativ sein kann, aber mehr Zeit für die Musik hätte ich schon gerne.

Als Kind hatte ich ein winziges Bontempi-Keyboard, das hatte, soweit ich mich erinnern kann, nicht mehr als eine Oktave und ein unglaublich lautes Gebläse, was mich auf Dauer nicht glücklich gemacht hat. Ein Klavier war leider zu teuer und so bekam ich mit 13 Jahren ein richtiges Keyboard. Somit habe ich eigentlich schon immer „etwas“ musiziert, aber eben nur für mich und genauso war es auch mit dem Gesang, ich war früher einfach zu schüchtern um mich damit anderen Leuten zu präsentieren. Als ich mich irgendwann einer Band anschloss, nahm ich für ein paar Jahre klassische Gesangsunterricht – den ich auch nötig hatte – wobei mein Gesangslehrer die Hände über dem Kopf zusammenschlagen würde, wenn er hören würde, wie ich jetzt singe, denn mit Klassik hat das nicht mehr viel zu tun… Er hat mir wirklich viel beigebracht, leider ist er inzwischen verstorben.

Albumcheck:  Wie bist Du auf den Namen Zip Tone gekommen? Der Name ist ja schon recht ungewöhnlich.

Kerstin: Wieso? „Zip Tone“ hat doch zumindest entfernt ein bisschen was mit Musik zu tun 😉

Der Name sagt nicht viel aus und das finde ich gerade gut, die Musik soll für sich sprechen. Es kann auch ein Nachteil sein, wenn man im vornherein schon zu viel in den Namen hineininterpretiert, wie bei einem schlechten Filmtitel, bei dem man sich den Film dann gar nicht erst ansehen möchte.

Albumcheck: Du schreibst, komponierst, singst und produzierst Deine Songs selbst. Außerdem gestaltest Du Deine Internetseite, Deine Cover und Deine Videos selbst. Kurz um: Du machst alles selbst. Wieso halst Du Dir soviel Arbeit auf?

Kerstin: Sicher ist das viel Arbeit, aber so komme ich am besten zurecht, weil ich mir schwer tue, mit jemandem zusammenzuarbeiten. Ich habe es oft genug probiert, es hat nie richtig funktioniert und war am Ende oft frustrierend, das nimmt einem jegliche Kreativität. Darüber hinaus macht es mir aber auch einfach Spaß alles selbst zu machen, Grenzen zu überwinden und Dinge auszuprobieren, die ich vorher noch nie gemacht habe. Als ich das Video zu „alone“ fertig hatte war das schon ein tolles Gefühl, das alleine geschafft zu haben. Das heißt aber nicht, dass ich mir nicht auch mal Tipps von Freunden hole und in Zukunft werde ich sicher auch mal Hilfe bei einem neuen Video in Anspruch nehmen, weil ich nicht nur Clips machen möchte, bei denen ich keinen „Kameramann“ brauche …

Albumcheck: Dein Album „Sandman“ klingt recht ungewöhnlich und ist keinem Genre wirklich zuzuordnen. Würdest Du sagen, Du hast ein neues Genre erschaffen?

Kerstin: So weit würde ich jetzt nicht gehen, aber es ist schon so, dass man mir immer wieder sagt, das meine Musik schwer in eine Schublade einzuordnen ist. Ich wüsste jetzt auch nicht, wie ich das ganze betiteln soll, vielleicht sollte man mal eine Umfrage starten: „Wie könnte eine Musikrichtung für Zip Tone heißen?“ Bitte bei Facebook posten 🙂

Albumcheck:  Wir haben uns „Sandman“ angehört. Zitat: „Elfenhaft die Stimme der Sängerin, die mit ihren manchmal schrägen Klangfarben an eine Mischung zwischen Björk und Tori Amos erinnert, aber dennoch etwas ganz eigenes aufweisen.“ Stören Dich solche Vergleiche?

Kerstin: Nein, das sind zwei fantastische Künstlerinnen und ein Vergleich ist eine große Ehre für mich! Ich selbst würde es mir aber niemals anmaßen mich mit ihnen vergleichen zu wollen.

Albumcheck: Wie würdest Du Dein Album mit eigenen Worten beschreiben und welche Intention verfolgst Du mit „Sandman“ ?

Kerstin: Es ist ein sehr atmosphärisches Album geworden. Der Gesang fühlt sich meist ganz „nah“ an und ich lege viel wert auf kleine Extravaganzen, sodass der Gesang hier und da etwas aus der Reihe fällt. Mein Liedaufbau ist auch nicht immer ganz konventionell, da gibt es nicht auf biegen und brechen einen Refrain oder den großen Knall am Ende des Songs. In den Texten geht es um Gefühle. Aus verschiedenen Situationen in meinem Leben entstand so mancher Text, oft ist es aber auch einfach der Versuch bestimmte Gemütszustände bildlich zu beschreiben … vielleicht findet sich ja der ein oder andere darin wieder …
Einmal hat mir jemand geschrieben, dass sie bei jedem Mal durchhören mehr schöne Details entdeckt, das hat mich sehr gefreut!

Albumcheck: Bei vielen deutschsprachigen Künstlern, die englische Songs aufnehmen, ist meistens ein deutschsprachiger Akzent zu hören. Bei Dir eher weniger. Hast Du daran gearbeitet? Oder woran liegt das Deiner Meinung nach?

Kerstin: Das weiß ich nicht. Ich habe nichts besonderes gemacht, einfach gesungen…

Albumcheck: Wie sieht eigentlich Dein „Songwriting-Prozess“ aus?

Kerstin: Am liebsten komponiere ich in am Morgen/Vormittag, wenn ich noch nicht so viele Eindrücke vom Tag in mir aufgenommen habe. Ich versuche es einfach fließen zu lassen, setze mich an das Keyboard, fange an zu spielen und sehe wohin mich das führt. Oft bleibt es dann erst einmal bei einer ganz kleinen Idee, einer einfachen Melodie zum Beispiel, die ich aufnehme und bei geeigneter Stimmung wieder hervorhole um daran weiter zu arbeiten. Manchmal habe ich aber auch einen Rhythmus im Kopf, um den herum ich unbedingt ein Lied aufbauen möchte.

Bei „Sandman“ hatte ich dann irgendwann einige Baustellen und habe immer gerade da weiter komponiert, wozu mein Gefühl gepasst hat. Das ist auch ein Vorteil am alleine arbeiten, ich kann komplett nach meiner Stimmung gehen, die Dinge tun, wenn sie für mich passen. Wenn das Lied im Prinzip steht, ist es auch egal, wann ich daran arbeite, das kann auch Nachts sein, das Album habe ich hauptsächlich abends nach der Arbeit abgemischt und am Wochenende komponiert und den Gesang aufgenommen.

Albumcheck: Wo siehst Du Dich in 10 Jahren?

Kerstin: Die Frage klingt wie bei einem Bewerbungsgespräch 😉

Nein, ernsthaft, 10 Jahre sind eine lange Zeit, ich hoffe „Zip Tone“ ist dann etabliert in der Musikszene, in welchem Ausmaß, das wird sich zeigen.

Albumcheck: Naja, es soll ja kein Bewerbungsgespräch sein. 🙂 Wir möchten uns bei Dir herzlich für das Interview bedanken. Gibt es noch etwas, was Du unseren Lesern mitteilen möchtest?

Kerstin: Hier gibt es Hörproben aller Lieder meines Albums:
 Facebook

Ich bedanke mich auch für das Interview!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.