Albumcheck | Super Vato von Rebolledo

Mensch, bei dem finsteren Blick, den einem Rebolledo auf seinem Cover von „Super Vato“ zuwirft, kann man ja Angst bekommen. Der Underground-Star und zugleich vielversprechenste Techno-Export aus Süd-Amerika macht es einem nicht leicht, sich für die CD „Super Vato“ zu entscheiden. Wer möchte schon im Plattenregal auf einen düster blickenden Künstler schauen?

Beim ersten Reinhören überrascht der Longplayer mit seiner klaren Linie, der ein wenig an den alten Underground-Sound der 80er erinnert. Rebolledos Klangmix ist auf der einen Seite grundsolide Clubmusik mit Einflüssen aus Italo Disco und New Beat. Doch auch Industrial und gar mexikanische Folklore finden ihren Platz. Überraschend auch seine Schlenker zur „leichten“ Militärmusik.

Aus diesem eigentlich unmöglichen Zusammenspiel entsteht auf „Super Vato“ eine atmosphärische und einzigartige Stimmung, die immer wieder mit einzelnen Klangfäden glänzen kann, aufgebrochen werden diese durch mehrstimmigen Gesang. So entwickelt die Scheibe eine Eigendynamik, die manch anderen Musikern verloren gegangen zu sein scheint. Immer wieder finden sich neue Töne im Hintergrund, die nach und nach die Überhand nehmen und sich zu etwas Neuem formen. Hinterlegt mit einem kräftigen Beat kommt ein seltsames aber tanzbares Klangerlebnis hervor.

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