Albumcheck | Die besseren Zeiten von Haase & Band

(Christian) Haase ist ein sehr spezieller Künstler, den wir euch hier vorstellen möchten. In vielen Redaktionen werden er und seine Band nahezu sträflich behandelt. Nicht überall finden sie ein zu Hause. Außerdem werden sie sehr selten im Radio gespielt. Was allerdings nicht auf eine niedrige Qualität ihrer Musik zurück zu führen ist. Vielmehr liegt es an der Besonderheit. So präsentieren sich die Tracks nicht gerade massentauglich, obwohl man sich fragen muss, warum eigentlich nicht.

Als Erbe der deutschen Rockmusik scheint Christian haase, gerade mal 30 geworden, der Sohn vieler Väter zu sein. Dass dabei mehr herauskommt als ein Aufguss traditionell bekannter Songwriter-Stilistiken, beweist er ebenso eindrucksvoll wie eigenständig Lied für Lied auf seiner neuen Platte „Die besseren Zeiten“.

Erschienen ist das Werk zwar schon im Oktober, wir wollten uns ihm dennoch witmen. Haase & Band schaffen einiges an stilistischen Richtungen, die einem den Atem stocken lassen. Ob da nun Hinterhofgörn in der Lebenshymne mittendrin , Traurigkeiten im Berliner schneetreiben besungen werden, oder wild zur polka gejauchzt wird. Der Sänger Christian Haase wechselt mühelos die Ton- und Stimmungslagen und besingt die Facetten des Lebens aus Sicht von Einem, der mit wachen Augen den Alltag klug und schelmisch skaliert und bewertet.

Die Band mit Tina Powileit am Schlagzeug, René Schostak an der Gitarre und Daniela Schwabe am Bass schießt ihrem Frontmann dabei den Rücken frei, verzichtet auf überflüssige Schnörkel und vertraut geradlinig auf die Dichte von haases Texten und seinem Habitus, diese auch authentisch wegzutragen. Genau diese Authentizität ist es, die dieses Album so ungeheuer sympathisch macht. Alles ist darauf ausgerichtet, sich in den Dienst der Sache – des Gesamtwerks – zu stellen.

Ein konventionelles Rockalbum, das aus sich selber schöpft, weil jeder Musiker seine eigene künstlerische und musikalische Individualität behalten darf.

Gut gemacht und absolut hörenswert. Fernab von gesteuerten Massenproduktionen.

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