Konzertcheck | Motörhead in der Mitsubishi Electric Halle

Gehe direkt zur Mitsubishi Electric Halle. Gehe nicht über los. Ziehe keine 4000 Euro ein, sondern begebe Dich direkt zu Motörhead um bekomme feinste Rock-Metall-Mucke auf die Ohren. Die Mitsubishi Electric Halle ist die ehemalige Phillipshalle im schönen Düsseldorf am Rhein. Für ihr vorletztes Konzert haben sich Motörhead die Unterstützung von schwedischen Oldschool-Rockern Graveyard geholt.

Die Band gibt es erst seit 5 Jahren. Sie stammen aus Göteborg. Graveyard spielt energischen Hardrock mit starken Stonereinflüssen. Das Publikum bestand hauptsächlich aus Männern. Alles wohl Rocker durch und durch.

Dem anfänglich noch recht müden Haufen wurde allerdings von Anfang an von der Band aus Schweden eingeheizt. Das Publikum schmiss die Hände in die Höhe und auch die Matten (umgangssprachlich für Haare) flogen durch die Gegend. Auch die Jungs auf der Bühne hatten ziemlich Spaß und gaben Vollgas.

Nach der ersten Vorband betrat Duff McKagan mit seiner Band Loaded die Bühne. Vielen dürfte Duff noch als Bassist bei Guns’n’Roses bekannt sein. Wer Duff schon einmal mit seiner Band gesehen hat, dürfte wissen, dass er sehr viel Wert darauf legt, SEHR amerikanisch zu wirken. Das fängt beim Kaugummikauen an, geht über den übermäßigen Gebrauch von amerikanischen Schimpfwörtern sowie das Rumrotzen auf der Bühne. Hauptsache es wirkt „cool“ und so richtig „hart“.

Leider sei angemerkt, dass Loaded die aufgeputschte Stimmung von Graveyard wieder downgeloaded haben. Dies ist nicht nur auf das Verhalten der Band zurückzuführen, sondern auch den recht eintönig wirkenden Songs zuzuordnen.

Um 21 Uhr war es dann nach einer kurzen Umbauphase soweit.

Dabei begnügten sich Motörhead einem einfachem Mittel die Bühne zu betreten. Man verzichtete auf einen starken Auftritt, man ließ keine Raketen knallen oder sonstiges. Motörhead kamen einfach auf die Bühne. Punkt.  Mit dem Track „Bomber“ eröffneten die gestandenen Männer den Abend. Es sei angemerkt, dass dies eigentlich ein klassischer Zugabe-Song von Motörhead ist. Ansonsten ließ der Abend wenige Überraschungen zu. So präsentierte sich die Band, wie man sie kennt. Mit viel Gewumms und ungeschliffen dazu. Motörhead sind halt das was sie sind: Motörhead. Ohne viel Geschnörkel oder ähnliches. Die Fans rockten was das Zeug hält. Die Stimmung war super, bis auf das einige zu tief ins Glas geschaut hatten.  Duff McKagan  betrat ein weiteres Mal die Bühne, um bei „Killed by Death“  die zweite Gitarre zu bedienen.

Weiterhin bekamen die Zuhörer die Songs aus aktuellen Album „The Wörld is yours“ auf die Ohren.  Selbstverständlich durften auch die Hits nicht fehlen. Nach einem wirklich beeindruckenden Schlagzeugsolo von Ausnahmedrummer  Mickey Dee war die Menge nicht mehr zu bremsen. Die finstere Lichtshow tat ihr übriges um die Stimmung zu verbessern.

Allerdings zogen sich Motörhead zu einer kleinen Verschnaufpause zurück. Ein weiterer Umbau erfolgte. Die drei Herren kamen allerdings zurück,  um mit dem „Whorehouse Blues“ das bevorstehende Ende des Konzertes einzuläuten. Hier beschränkte sich Motörhead  auf 2 Akustikgitarren sowie einer Blues-Harmonika, was jedoch einen erheblichen Eindruck beim Publikum hinterließ.

Nachfolgend brillierte „Ace of Spades“ in einer atemberaubender Geschwindigkeit, so dass einem die Kinnlade runterklappte. Lemmy kündigte danach den  „really really last Song“ „Overkill“ an. Mit  „Please don’t forget us…. we are Motörhead….. and we play Rock’n’Roll“ verabschiedete sich der Frontmann bei seinen dankbaren Jüngern in alter gewohnter Manier. Die Spielzeit von 1,5 Stunden geht auf jeden Fall in Ordnung.

Fotos copyright by Nilhan Altan

1 Comment

  1. Ulf sagt:

    Gerne wäre ich dabeigewesen. Stattdessen versauere ich in einer Rehaklinik 🙁 – aber immerhin, ich hatte Motörhead in den vergangenen 12 Monaten schon 3 Mal.

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