Albumcheck | Some Girls (remastert) von den Rolling Stones

Die Rolling Stones haben es wieder bewiesen. Sie sind zwar gealtert, gehören aber noch längst nicht zum alten Eisen. Im digitalen Zeitalter haben sie nun ihren neuesten Coup veröffentlicht. Die Veröffentlichung der remasterten, erweiterten Deluxe, Super Deluxe und digitalen Version von Some Girls wurde am 18. November 2011 umgesetzt. Das damalige sowie heutige bahnbrechende Album hatte der Band seinerzeit eine ganz neue Generation von Fans erschlossen. Und vielleicht wird es der Band wieder so ergehen.

„Some Girls“ ist immer noch das bestverkaufte Album der Rolling Stones. Die 2-CD Ausgabe von „Some Girls“ enthält neben dem originalen Album einige unentdeckte Schmuckstücke, u.a. ein paar Tracks, die Produzent Don Was kürzlich in den Archiven ausgegraben hat. Es handelt sich dabei um insgesamt 12 unveröffentlichte Tracks, die den Hörern (jung und alt) im Gedächtnis bleiben sollen.

Die erste Scheibe hat auch nach 33 Jahren nichts von ihrer Power eingebüßt. Im Genre Funk und Punk angesiedelt, gehörte „Some Girls“ wohl zu den eher untypischen Platten der Band zu der damaligen Zeit. Auch heute noch wird das Werk von Fans sowie Kritikern kontrovers diskutiert.

Allgemeinen Angaben zufolge soll der Titelsong „Some Girls“ eine Art „Abrechnung“ mit Jaggers damaliger Ehefrau Bianca sowie mit seinen zahlreichen Affären gewesen sein. Frauen kommen in dem Song nicht sonderlich gut weg. Explizit regte sich Ärger bei schwarzen Bürgerrechtlerinnen in den USA. Eine Textpassage „Black girls just wanna get fucked all night“ war der Stein des Anstoßes.

Leider wirkt die remasterte Version von „Some Girls“ doch etwas kalt. Irgendwie geht das „Rolling Stones Flair“ ein wenig flöten.

Design: John Pasche, 1971

Zu der zweiten Scheibe kann man nur sagen: BRAVO! Manches Mal kann man zwar nicht nachvollziehen, warum die Titel es nicht schon längst auf ein anderes Album geschafft haben, aber dass die Tracks nun veröffentlicht werden, ist ein wahres Geschenk.

Sämtliche Titel gut ausgearbeitet und produziert. Die Stones haben neben dem Rock’n’Roll ein bisschen Blues und Country hinzugefügt. Hier kommt die ungeschminkte und ungestüme Ausgelassenheit zum Vorschein, was der erste Silberling manchmal vermissen lässt. Natürlich wurde ein bisschen nachgeholfen, aber noch so langer Zeit ist das auch kein Wunder. So entpuppt sich CD 2 der „Some Girls“ als die wahre Stones-Platte.

Schon allein aus diesem Grund lohnt sich der Kauf der „Some Girls“……remastert. Das Booklet hält an sich auch noch ein paar hübsche Preisschildchen bereit.

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