Albumcheck | Nichts so wie früher von CJ Taylor

CJ Taylor war DIE Stimme der HipHop/Soul Gruppe Rapsoul. Nach 3 erfolgreichen Alben und mehreren Top 20 Singles mit Rapsoul geht CJ Taylor nun seinen eigenen Weg mit seinen eigenen Songs. Im Fokus steht nun allein die wunderbar warme, einfühlsame Stimme des in Aschaffenburg geborenen Wahl-Mannheimers. Er ist ein Vokalist, wie er im Buche steht. Ein Musiker und Sänger, der seine Berufung nicht nur liebt, sondern lebt.

Okay, CJ Taylor ist schon ein Phänomen. Mit seinem neuen Album „Nichts so wie früher“ stellt er wieder unter Beweis. Während die ersten Töne anklingen überkommt dem Zuhörer das Gefühl sämtliche Kompositionen schon einmal gehört zu haben. Der Vergleich mit Xavier Naidoo liegt sehr, sehr nahe. Und obwohl wir wissen, dass Künstler um ihrer selbst willen akzeptiert werden wollen, lässt uns das Gefühl nicht los. Vielleicht kann es auch an Mannheim liegen. Die Stadt scheint etwas Magisches auszustrahlen, auch Xavier ist dort geboren.

Wie also sollen wir eine Kritik oder einen Albumcheck schreiben, wenn sich eine Musik so extrem der eines anderen großen deutschen Künstlers ähnelt? Also versuchen wir die kleinen Details zu beachten, die bei CJ Taylor mehr in den Mowtouwn-Soul der 1960er und 1970er abdriftet. Der Titel „Verwöhnen“ hat in seiner anfänglichen 22 Sekunden gewisse Parallelen zu U“ oder gar zu Coldplay. Sorry, aber wir müssen alles auf die Sekunde auseinander nehmen.

Schöne Klavierpassagen gibt es bei dem Song „Nichts so wie früher“ zu hören. Der Namensgeber für das Album. Hier zeigt sich die besondere Klasse von CJ Taylor. Vergleiche sind hier wirklich fehl am Platz und es scheint, als wäre ihm der Titel auf den Leib geschrieben. Wenn jemand von euch „Herzschmerz“ haben sollte, muss auf jeden fall ein Taschentuch bei der Hand haben. Wie ihr wisst, heisst das bei uns: Taschentuchgefahr!

Wer noch nicht genug geheult hat, darf es dann bei „Vorbei“ weiterführen. Trotz aufkommender Melancholie ist es CJ Taylor gelungen seiner CD „Nichts so wie früher“ Hoffnungsschimmer einzuhauchen. Davon überzeugt auch der Song „Renn jetzt los“, der nur so vor Lebensfreude sprudelt. Der erste Eindruck des Künstlers muss beim längeren Zuhören revidiert werden. Ein kleiner fader Beigeschmack bleibt dennoch.

Gefühlvoll, mitreißend und aufbauend ist der Longplayer „Nichts so wie früher“ allemal. Hörenswert auch. Schönes Werk!

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