Albumcheck | Los Bastardos Finlandeses have been saved by Rock’n’Roll!

„Los Bastardos Finlandeses“- das klingt, als hätten die Finnen ihre eigenen Südstaaten gefunden und den Wodka gegen Tequila und Bier getauscht und ZZ Top geklaut.

Die Bastarde sind durchaus nicht unbekannt, immerhin waren sie schon mit Motörhead, Aerosmith und Deep Purple auf Achse.

„Saved By Rock’n’Roll“ heißt das neue Album, welches am 16. Dezember auf den Markt gelassen wird. Nomen est omen, denn zuvor wäre die halbe Band beinahe an verschiedenen Malaisen gestorben. Chef „Don Osmo“ brach sich das Genick, zum Glück ohne bleibende Schäden. Der bisherige Bassist „El Muerte“ erholte sich nicht ausreichend von einem Blinddarmdurchbruch und stieg aus.

Die Band überlebte. Saved by Rock’n’Roll…

Und ausgerechnet das gleichnamige Titelstück, der Aufmacher der Platte, enttäuscht. Wie eine kaum sensationelle Mixtur aus AC/ZZ mit einem Schuss „Tito & Tarantula“ klingt das Stück eher unspannend.

Doch sollte Mensch sich nicht davon irritieren lassen und weiter zuhören. Der Rest nämlich ist handwerklich solider, dreckiger Rock’n’Roll, der wesentlich inspirierter und eigenstilistischer grooved.

Unüberhörbar ist der Einfluß von Lemmy, Angus und den bärtigen Texanern. Kräftige Riffs, die auf Überraschungen verzichten und lieber wie gewohnt in die Magengrube pumpen. Gitarren von Staubsaugerverzerrung bis zur crémigen Compression.

Wer die im Artikel genannten Musikanten mag, könnte auch an den finnischen Bastarden Gefallen finden. Zwar fehlt insgesamt die musikalische Offenbarung, die Innovation, doch der gewohnte Groove tut’s auch.

Ulf
Ulf
Geboren. Größer, aber nicht wirklich groß und älter, aber nicht erwachsener geworden. Klassische Gitarre gelernt. In Bands gespielt wie "Scheißhausterror". Metalhead. Spezialist für Musik der englischen Renaissance und älter.

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