Albumcheck | Fallen Empires von Snow Patrol

Ist es Zufall, das Snow Patrol ihr sechstes Album „Falling Empires“ genannt haben? Schließlich haben wir wirtschaftlich und politisch eine „etwas unruhige“ Zeit. Aber einen Zusammenhang zu erstellen, erscheint doch etwas abwegig. Mit „Falling Empires“ wagen Snow Patrol erstmals neue Wege in ihrer Musikgeschichte und verbinden clubtaugliche Beats mit ihren typischen Gitarrensounds. Kuschelrock ade.

Schon die erste Singleauskopplung „Called out in the dark“ gab den Fans und anderen Ohrenzeugen einen kleinen Vorgeschmack auf den Longplayer, der am 11. November auf Universal erscheinen wird. Der Track ging schon einmal richtig ab, so dass wir es kaum erwarten konnten, die komplette Scheibe zu beurteilen.

Auch der Opener „I’ll never let go“ weist einen guten Stil und ist des Longplayers mehr als würdig. Ansatzweise erinnert man sich ein wenig an Simple Minds. Der dritte Track „The weight of love“ der 14 Song starken CD hat es ebenso in sich, kann der Song eine eindrucksvolle Stimmungskurve aufbauen.

Mit „This isn’t everything you are“ wird es nach den vorherigen Rocknummern wieder etwas ruhiger und romantischer. Zumindest anfänglich, zwischendurch hat man sich einer eindrucksvollen Chorbegleitung bedient., die leider etwas irritiert. Wunderschön das Duett „The Garden Rules“. Zackig und knackig wird es mit dem Albumtitel „Falling Empires“. Das Lied brilliert mit schnellem Tempo, gezielt eingesetzter Dramatik und klarem Soundspektrum.

„Berlin“ nennt sich ein weiterer Song auf dem Longplayer, bei dem man sich allerdings die Frage stellen muss, was dieser überhaupt auf der Scheibe zu suchen hat. Ahhhh, Ahhh, haa, ahhhh kann schließlich jeder singen und die Spieluhr hätte man sich auch sparen können. Besonders geistreich ist dies leider nicht, aber dennoch schön anzuhören.

Wirklich typisch Snow Patrol wird es bei „Lifening“. So lieben wir die Band. Einprägende Melodie, mit schöner Gitarrenuntermalung und melancholischen Text. (Ich glaube, Snow Patrol werden niemals den Ruf der melancholischen Melodienmacher ablegen können)

Und wo die fünf Musiker schon die Stadt „berlin“ besingen, darf natürlich „New York“ nicht fehlen. Allerdings kann dieser Track textlich brillieren und auch sonst passt die orchestrale Untermalung hervorragend ins Konzept.

Bei „In the End“ wird es wieder ein bisschen pop-rockiger. Ein schöner Titel zum Tanzen, der allerdings nichts von seiner faszinierenden Melancholie einbüßt. Spätestens jetzt dürfte der Funke auf den Zuhörer überspringen.

Es ist schon verwunderlich, aber der Longplayer „Falling Empires“ kann sowohl rockige Tracks mit tanzbaren Electro-Elementen und ruhige Stücke aufweisen. Es ist für jeden etwas dabei. Auch „Those distant bells“ und „The symphony“ dürften bei den Ohrenzeugen hoch im Kurs stehen.

Eines haben sich Snow Patrol nicht nehmen lassen: „The President“ klingt wie eine politische Anklage. Theatralisch, traurig aber dennoch unheimlich schön. Hier herrscht Taschentuchgefahr! Das Album wird mit dem instrumentalen Lied  „Broken bottles from a star“ beendet. Eindrucksvoll und wohlwollend, so dass am Ende kaum ein fader Beigeschmack bleibt.

Abschließend handelt es sich bei „Fallen Empires“ um ein gut komponiertes und sauber produziertes Album, dass eine Menge Überraschungen für den Hörer bereit hält. Bis auf ein bis zwei Ausrutscher klingen Snow Patrol frisch und „neu erfunden“.

Anpieltipps:

  • Called out in the dark
  • The garden rules
  • Lifening
  • New York
  • In the End
  • The President

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.