Albumcheck | Sandman von Zip Tone

Es war einmal ein 13-jähriges Mädchen, names Kerstin Leidner, welches zu Weihnachten ein Keyboard bekam, da es sich schon jahrelang ein Klavier gewünscht hatte. Schnell landete das Keyboard in der Versenkung, volkstümliche Musik zu erlernen war der jungen Möchtegern-Künstlerin zu anspruchslos. Von daher konzentrierte sie sich lieber auf den Gesang. Trotz anfänglicher Schüchternheit schloss sie sich mit der melancholischen Progrock-Gruppe Jester’s Tear zusammen, merkte jedoch, dass man sich stilistisch in unterschiedlichen Richtungen bewegte. Schließlich ging Kerstin den Weg zum eigenen Album und schuf das Projekt „Zip Tone“.

Obwohl „Zip Tone“ nicht wirklich ein Instrument spielen kann, wagte sie dieses abenteuerliche Unterfangen. Zip Tone aka Kerstin Leidner schrieb die Texte und komponierte ihren Longplayer, der den Namen „Sandman“ trägt und heute auf dem Label Next Vice / Soulfood erscheint, selbst. Zudem übernahm sie den Gesang sowie das Mixing. Doch auch die Gestaltung des CD-Covers und die ihrer Webseite gab sie nicht in andere Hände, sondern sie kümmerte sich um alles. ALLEIN.

Und da sie nun mal soweit gekommen war ( ähnlich wie Forrest Gump), dachte sie sich, dass sie sicherlich auch ein Musikvideo allein hinkriegen würde. Bei soviel Talent kann man schon mal ins Staunen kommen. Nur der, der Dummes tut, ist dumm. Das kann man bei Zip Tone nicht behaupten. Sie ist keinesfalls dumm. Scheiße, die junge Frau sieht verdammt gut aus und ist von Gott gesegnet.

Musikalisch bewegt sich die junge Musikerin im Bereich von TripHop, der allerdings magisch und sphärisch wirkt. Zip Tone’s Songs fließen ineinander ein und hinterlassen bei dem Ohrenzeugen mehr als ein wohliges Gefühl. Elfenhaft die Stimme der Sängerin, die mit ihren manchmal schrägen Klangfarben an eine Mischung zwischen Björk und Tori Amos erinnern, aber dennoch etwas ganz eigenes aufweisen. Ausgestattet ist das Album „Sandman“ mit 13 Songs, wovon 3 Lieder als Bonustracks vertreten sind.

Mit „Sandman“ ist Zip Tone ein phänomenales Erstlingswerk gelungen, was Lust auf mehr macht.

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