Albumcheck | Hollywood under the knife von The Opiates

The Opiates ist das neueste Projekt der „Queen of Electronis Soul“ Billie Ray Martin und des norwegischen Musikers Robert Solheim. Billie dürfte einigen noch als Frontfrau von S’express bekannt sein. Nun haben The Opiates mit „Hollywood under the knife“ ihr Debüt-Album veröffentlicht. Die Bilder des Longplayers stammen von Wolfgang Tillmans, der als einer der wichtigsten zeitgenössischen Künstler und Fotografen gilt.

Ganz getreu dem Motto: Lila [:leila] macht geila präsentiert sich die CD in schönem Lila. Getragen wird das Album durch seichte und teilweise dunkle Synthi-Klänge, die zeitweilig an Fever Ray, Eurythmics oder Jean Michel Jarre erinnern.

Das Thema des Longplayers ist wie man es dem Namen nach vermuten muss, gar nicht so lustig. Hinter der glanzvollen Fassade Hollywoods gibt es noch eine weitere Welt. Die der sozialen Aussenseiter. In jedem der Songs wird ein einzelner sozialer Aussenseiter besungen. Auch das was seine Wünsche, Probleme und seinen Charakter ausmacht.

So beschreibt das Duo Billie Ray Martin und Robert Solheim sehr leidvoll sowohl von sexuellen Fantasien, geplanten Geschlechtsumwandlungen, Möchtegern-Schauspielerinnen und deren chirurgischen Veränderungen. Ferner berichten die Musiker über die Sehlenzerstörung eines 15-jährigen Mädchens, die bei einer Reality-Show mitmacht und in ihrem Leben keinen Sinn mehr sieht, da man es ihr genauso sagt. Außerdem wird eine alternde, einst reiche Tochter einer berühmten Hollywood-Schauspielerin begutachtet, die ihre Selbstfindung in der Plastischen Chirurgie und als Pornodarstellerin erreicht. Dämonen bestimmen das Leben derselben Frau, die als Kind von ihrer berühmten Mutter mit Beruhigungsmittel ruhig gestellt wurde. ferner hören wir die Geschichte eines Mannes, der glaubt, dass er Simone Choule sei und wie in dem Film „Der Mieter“ von seinen Nachbarn umgebracht werden könnte.

Die CD singt also wahrlich keine Lobeshymnen auf die Welt von Hollywood, sondern betrachtet die Schattenseite der Traumfabrik. Dabei geben sich die beiden Musiker besonders Mühe mit ihren Songs nicht verurteilend zu wirken. Sie betrachten die Welt rund um Hollywood in ihren zehn Tracks mit einem tränenden Auge.

Das rührt zu Herzen. Verwunderlich wäre, wenn man einzelne Single-Auskopplungen im Radio hören würde. Der Longplayer ist eher als Gesamtwerk zu betrachten. Dafür ist er sicherlich sehr hörenswert.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.