Albumcheck | Herz + Blut von Der Polar

Da laust mich der Affe. Da hat doch tatsächlich der Polar am 30. September auf dem Label Ferryhouse Productions (Warner) seinen Longplayer „Herz + Blut“ veröffentlicht. Im Übrigen bleibt Melancholie ein bestimmendes Element auf dem Album, welches sagenhafte 22 Lieder umfasst. Das ist beinahe Rekord. Die Texte des Singer/Songwriters Stephan Piez alias „Der Polar“ tingeln zwischen Zynismus, Ironie und Großstadtgefühlen hin und her.

Das CD-Cover kann leicht irritierend wirken, den Hörer erwartet eine gekonnte Mischung aus Akustik, Pop und Elektrosounds gespickt mit deutsch(!)sprachigen Texten. Es handelt sich also um kein Hip Hop oder Dance Album.

In diesem Jahr haben viele deutsche Künstler wunderschöne Alben veröffentlicht. Selten war der deutsche Musikmarkt so hart umkämpft. Auch der Polar hat seinen Platz verdient. Schon beim ersten Anspielen der CD fällt auf, dass der Polar sehr viel „Herz + Blut“ ins Detail legt. So arbeitet er mit Hall und anderen Soundeffekten, die teilweise hypnotisierend wirken können. Trotz der gezielt eingesetzten Beats, lässt Stephan Piez seiner Stimme und den Melodien ausreichenden Raum. Keines der Lieder wirkt überladen. Feine Einspielungen, wie Pfeifen, Klockenspiel oder das Geräusch von Tischtennisbällen lockern die melancholische Atmosphäre hörbar auf. Der Polar erzählt Geschichten. Hintergründig und dennoch sensibel.

Das besondere an dem Werk „Herz + Blut“: Stephan Piez komponiert seine Lieder anfänglich am Klavier. Allerdings arrangiert und produziert er sie am Computer, schließlich ist der 29-jährige Künstler ausgebildeter Toningenieur.

„Herz + Blut“ ist ein Wahsinns-Album. Mehr als gut gelungen. Ein absoluter Kaufkandidat! Vielleicht auch ein kleiner Geheimtipp!

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