Albumcheck | Fall oder Tanz von DrahtSeilAkt

Der Gitarrist Uwe Bossert und die Sängerin Nora Grisu sind DrahtSeilAkt.Und obwohl die beiden Musiker nicht gegensätzlicher sein könnten, haben sie nun ihr Debütalbum „Fall oder Tanz“ auf den Markt gebracht. Während sie  Zickzack läuft, geht er geradeaus. Sie bevorzugt die Außenkanten, er mag lieber den Mittelstreifen. Sie treibt es in den Schatten, ihn zur Sonne. Uwe Bossert ist sehr umtriebig und wird gerne gemeinsam kreativ. In Form von Songwriting mit Künstlern wie Nelly Furtado, wie auch mit dem Grafen von Unheilig; oder als Produzent – mit dem Debut von DrahtSeilAkt auch das erste Mal für die eigene Band.

Begegnet sind sich die beiden Künstler im Jahr 2009. Kurzerhand haben sie sich entschieden zusammen Musik zu machen. So unterschiedlich ihre beiden Charaktere, so vielfältig ist auch das Album „Fall oder Tanz“. DrahtSeilAkt suchen und kritisieren – finden und lieben – fragen und zweifeln – reiben sich am Leben! Sie sind Geschichtenerzähler in ihrer ganz eigenen lyrischen Sprache. Dabei vergessen die Künstler nicht, den  Zuhörer mitzunehmen. Sie wandern gemeinsam auf Zauberberge und in Kartenhäuser, hängen Schneewittchen an Bäume und erzählen von Vagabunden, Zeitsammlern oder Mustermenschen mit Scheuklappen.

Zu dem filigranen Gitarrenspiel des Uwe Bossert passt die Stimme von Nora Grisu wie die Faust aufs Auge. Die Liebe zum Details ist deutlich hörbar. Jeder von ihnen umspielt mit seiner Melodie die des anderen. Grisus Gesang ist unprätentiös und legt sich mal weich und dunkel, mal fordernder in das komplexe Klangbett der Gitarren von Uwe Bossert, das innerhalb der zuweilen schattigen Textwelt eine zweite Ebene klarer, heilsamer Harmonien zu öffnen scheint.

Gut gelungenes Debüt!

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