Albumcheck | Santo Spirito Blues von Chris Rea

Geboren am 4. März 1951 in Middlesbrough in England machte sich ein junger Mann auf in die Welt um Musiker zu werden. Sein Vater ein italienischer Einwanderer und die Mutter eine Irin. Mit 19 Jahren nahm der junge Mann das erste Mal eine Gitarre in die Hand und schloss sich der Band Magdalene an, mit der er ein Jahr später unter dem Namen The Beautiful Losers einen Talentwettbewerb gewann. Der Gewinn war jedoch kein Plattenvertrag, wie viele von euch nun denken würden. Nein, der Plattenvertrag kam erst später.

Mit dem Soloalbum „Whatever Happened to Benny Santini?“ gelang dem Musiker der internationale Durchbruch. Der Song „Fool (If You Think It’s Over)“ stürmte die Charts und wurde für einen Grammy nominiert. Die Rede ist selbstverständlich von Chris Rea, der die Welt Jahrzehnte mit seiner Musik begeistert hat.

Doch irgendwann schlug bei ihm das Schicksal zu, bei dem Sänger wurde Bauchspeichelkrebs festgestellt und er musste sich zahlreichen Operationen unterziehen, bei denen Teile des Magens entfernt werden mussten. Doch Rea fasste neuen Mut, fing an zu malen und verarbeite seine Krankheit in neuen Kompositionen. Da sein altes Label mit seiner neuen Art Musik zu machen nicht einverstanden war, gründete er schließlich sein eigenes Label Jazzee Blue.

Nach gut 30 Jahren Bühnenjubiläum gab Chris Rea im Jahr 2006 seine Abschiedstournee. Doch Rea unterscheidet sich nicht von anderen Künstlern, die solange im Geschäft sind. Musik zu komponieren und zu spielen scheint wie eine Sucht zu sein. Neben einem Live-Album, Earbooks, Greatest Hits veröffentlicht Chris Rea nun das erste Mal nach 10 Jahren ein neues Album mit brandneuen Songs.

“Santo Spirito Blues” erscheint als 5-Disc-Box Set (3 CDs & 2 DVDs). Das Box Set enthält, neben der CD, zwei außergewöhnliche Feature-Filme und deren Soundtracks als Audio-CDs, die eine völlig neue Verbindung von Film, Musik und Songwriting schaffen. Weiteres könnt ihr in unserer Albumankündigung lesen.

“Ich kann mich nicht mehr damit abgeben, einfach eine neue CD zu machen. Es muss Interessanteres geben, als einfach zehn Songs auf eine CD zu bringen”, so die Aussage von Chris Rea.

Eine Einstellung, die sich wirklich lohnt. Bei der umfangreichen Box weiß man gar nicht, was man zuerst wählen soll. Die Musik oder die Filme. Die ansonsten schwierige Gradwanderung Musik mit bewegenden Bildern zu verbinden ist Chris Rea auf ganzer Linie gelungen. Schließlich hat sich Rea nicht gerade leichten Themen zugewandt. Die CDs beheimateten typische Chris Rea Songs, welche allesamt gut komponiert und musikalisch herausragend umgesetzt sind. Hierfür gibt es schon mal 10 Sterne. Zu den Filmen an sich: uns blieb die Spucke weg. Bei dem Film „Bull Fighting“ gibt es viel anmutende Eleganz, trotz vieler tragischer Bilder, ist einzigartig und rührt zu Tränen. Der Stierkampf wird aus Sicht des Stieres erzählt, wobei der Text lediglich eingeblendet und nicht gesungen wird. Wir hatten allesamt Pippi in den Augen. Am Ende kommt der Stierkämpfer zu Wort und erklärt seine Gründe.

Der zweite Film „Santo Spirito“ handelt von einem Mann, der auf der Suche nach der Wahrheit ist. Begleitet von „Gesprächen“ eines Verfolgers und einer Auftraggeberin präsentiert sich die Musik zu düsteren und teilweise zu religiösen Abbildern. Die Wahrheit, wenn man sie so vor Augen gehalten bekommt, lässt einen schon ins Grübeln kommen. Nach und nach überkommt dem Zuschauer das Gefühl, es könnte sich um einen Spiegel halten, welche die Menschheit von einer anderen Lebensart vorgehalten bekommen. Doch bevor wir hier politisch werden oder zu sehr abdriften, schreiben wir:

Chris Rea hat mit den CDs, den Filmen und der Musik ein ausnahmslos monumentales und grandioses Werk geschaffen, was seines gleichen sucht. Geniale Schnitttechnik, exzellente Musikuntermalung, mitreißende Dramatik und eine fantastische Idee, die dahinter steht.

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