Albumcheck | Night of Hunters von Tori Amos

Nach zwei Jahren hat die US-amerikanische Sängerin und Songschreiberin Tori Amos nun ihr neues Album „Night of Hunters“ vorgelegt. Es wurde bereits am Freitag bei dem Label Deutsche Grammophon veröffentlicht. Schon allein das Label sagt schon etwas über die Qualität des Longplayers aus. Neben einem wunderschönen Booklet, hat der Longplayer 14 Songs zu bieten. Ferner haben die zwölfjährige Nichte Kelsey Dobyns und die bald elfjährige Tochter Natashya Hawley der Künstlerin Tori Amos einen Gastauftritt auf der CD. Das klingt schon einmal recht vielversprechend. Zudem hat Amos die Titel selbst komponiert und produziert.

Im Rückblick auf die bisherigen musikalischen Ergüsse von Tori Amos scheint „Night of Hunters“ ein besonderes Werk zu sein. So hat sie zu ihren eigenen Wurzeln zurückgefunden. Die Lieder sind eher im klassischen Stil geschrieben.

„Ich habe die Struktur des klassischen Liedzyklus benutzt, um eine aktuelle, moderne Geschichte zu erzählen“, erklärt Tori Amos. „Die Protagonistin ist eine Frau, die sich in der glimmenden Asche einer Liebesbeziehung wiederfindet. Im Verlauf einer einzigen Nacht macht sie sozusagen eine Initiation durch, die dazu führt, dass sie sich selbst neu erfindet. Der Hörer kann ihr auf ihrer Reise folgen und dabei komplexe musikalische und emotionale Themen erkunden. Eines der Hauptthemen dieses Albums sind Jäger und Gejagter – und wie beide in jedem von uns existieren.”

Von klassischer Musik inspiriert hat Tori Amos in ihren neuen Kompositionen den Fokus auf das Klavier und ihre Stimme gelegt. Ihr Talent am Klavier ist nicht zu verachten, schließlich hat sie bereits im zarten Alter von fünf Jahren ein Stipendium für das renommierte Peabody-Konservatorium für Musik erhalten, wo sie im klassischem Gesang und Klavier ausgebildet wurde.

Mit einer solchen Ausbildung kann eigentlich kaum etwas schief gehen. Trotz der klassischen Ausbildung hatte Amos mehrere Abstecher in die Synthie- und Pop-Musik, die auf dem neuen Longplayer nicht mehr zu finden ist. Stattdessen wird ihre Musik von Orchesterinstrumenten wie Streicher, Klarinette oder Flöte begleitet.

Wer also ein Pop-Album von der Amerikanerin erwartet, wird wahrscheinlich maßlos enttäuscht sein. Die Zuhörerschaft, welche die „alte“ Tori Amos kennen, werden begeistert sein.

Die einzelnen Tracks gehen ineinander über. Als Zuhörer sollte man sich auf die Songs einlassen, da sie einen tiefen Hintergrund bergen. Das Werk entfaltet seine wahnsinnige Präsens nach mehrmaligen Hören. Es ist also nichts für „zwischendurch“. Die Fans werden „Night of Hunters“ lieben, die CD ist einfach bezaubernd. Endlich ist sie wieder da.

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