Boundzound mit neuem Album EAR

Demba Nabeh Boundzound hat eine individuelle Sprache gefunden, mit der er nicht nur sein musikalisches Verständnis artikuliert. Das Monkeyduckuniversum erscheint allumfassend, ist zugleich ernst und spielerisch, psychedelisch-kosmisch und realistisch-spirituell. Ein HipHopPop-, Reggae-, Dancehall-Kosmos, der durch umfassende Produktionspraxis an verschiedenen Orten der Welt entstanden ist.

Boundzound produziert, textet, singt, legt Platten auf, spielt Klarinette und wirkt als bildender Künstler, der auch die Gestaltung der Cover verantwortet. Die Soundfusion und die Gemälde in Kugelschreiber-Technik entspringen der gleichen Quelle. Damit ist aus dem im Jahr 2007 laut gewordenen Boundzound ein umfassender Konzeptansatz geworden. Eine weltweit geerdete Boundzound-Pop-Art, die ihre Grenzen und Übergänge eigenständig definiert. Dazu passt, dass eine erweiterte Auswahl von Demba Nabeh Boundzounds Bildern in eigenständigen Ausstellungen gezeigt wird (z.zt im Blue Maxx am Potsdamer Platz).

Rein technisch betrachtet ist „EAR“ das zweite Boundzound-Album, das in einem fließenden Aufnahmeprozess mit unterschiedlichen MitspielerInnen zustande kam. „Ich war viel unterwegs, habe Sound aufgelegt und produziert“, sagt Demba. Der Großteil der Musik wurde zusammen mit Taner Kalak alias Montana Beats zum klingen gebracht. `Fastlife` lässt die Zusammenarbeit mit den Beathoavenz hören. Berlin, Los Angeles und Westafrika sind die Entstehungsorte des Albums. Von seiner Heimatbasis Berlin aus bewegt sich Boundzound durch einen vielfältigen Soundkosmos. Dieser spiegelt sich letztlich in den „EAR“ Songs wider. Nach dem Prinzip der kompakten Sound-Verdichtung verschränken dabei sich beste Elemente tanzbarer Genren ineinander, ohne dass eine bestimmte Stilrichtung explizit die Oberhand gewinnt. „Der Albumtitel verbindet für mich Drinnen und Draußen, wie das Ein- und Ausatmen“, sagt Boundzound. Damit erweitert Demba Nabe`Boundzound das (Dancehall-) Spektrum seiner Berliner Stammformation Seeed, in der er zusammen mit Peter Fox und Delle das Front-Trio stellt.

Anleihen beim P-Funk sind unverkennbar, wenn bei „Roundclub“ ein verzerrter Bass durch stampfende Beats und flächige Vocals marschiert. Wenn bei „Fireflower“ (mit Sängerin Beccy Boo) ein feines Piano spielt oder Demba Nabeh Boundzound auf „Loveloaded Gun“ einen bemerkenswerten Falsettgesang anstimmt, fehlt einem nichts mehr.

Stamm-Keyboarder Charles Matuschewsky ist wieder vielfach vertreten, wie ganz besonders beim Dancefloor-Pop-Track „Beezkeeperz“ zu hören ist. Der Space-Song „Twilight“, wo Jens Fischer Rodrian Gitarre spielt, entstand bei einem Ausflug ins holländische Den Haag zu Keyboarder Guido Spaanbroek ins Studio. Die überaus moderne Produktionstechnik von Taner Kalak (der schon für Rapsoul, Samy Deluxe, Manuellsen oder Spezializtz arbeitete) erlaubt es, den langsam ausrollenden Atmo-Tracks „Cool“ neben das – experimentelle „On your way“ zu stellen. Zusammengehalten wird dieses Universum durch eine /dichte/ Atmosphäre, die sich durch alle Songs von „EAR“ zieht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.