Albumcheck | Oh, the good life von Talking to Turtles

Das Songwriter-Duo Talking To Turtles bestehend aus Florian Sievers und Claudia Göhler begab sich auf die Reise nach Seattle, wo die beiden ihr neues Album „Oh, good life“ einspielten. Produziert wurde der Longplayer von Jonathan Warman. Die Aufnahmen enstanden mitunter in Warmans Wohnung und im Avast!- Studio. Es ist daher nicht verwunderlich, dass ab dem ersten Zuhören eine wohlige und gemütliche Atmosphäre verbreitet. „Oh, good life“ ist ein würdiger Nachfolger ihres Debütalbums „Monologue“ und besticht durch seine klare „Einfachheit“.

Wie ihr wisst, lassen wir die Anzahl der vorhandenen Songs in unsere Bewertung mit einfließen. Auf „oh, the good life“ befinden sich zehn Tracks. Das ist zwar eher mau, doch hier lassen wir Rücksicht walten. Die Lieder sind stilistisch sehr gut ausgearbeitet. Eine feine Federführung lässt sich förmlich spüren. So balancieren die Songs gekonnt zwischen kraftvollen und zarten Klängen. Bei „Oh, the good life“ handelt es sich um eine wahre „Folkperle“.

Talking to Turtles haben großes Talent den Zuhörer in ihren Bann zu ziehen. Dabei besteht die Singer-Songwriter-Formation erst seit 2008, im letzten Jahr veröffentlichten sie ihr Debütalbum und schieben direkt einen neuen Longplayer hinterher. Hört man sich die Scheibe an, kann man die gesamte musikalische Laufbahn der zwei Künstler schon als sehr beachtlich ansehen. Zu beachten gilt, dass ihr erstes Album in einem Berliner WG-Zimmer aufgenommen wurde. Natürlich konnte man diese Aufnahmeart nicht vom aktuellen Werk verbannen. Und genau hier liegt der Flair der Scheibe. Eigentlich könnten Talking to Turtles ihre Stücke im Eigenheim des Zuhörers zum Besten geben. Durch gezielt eingesetzte Instrumentierung wirkt das Gesamtwerk sehr „Bandlastig“. Ein weiterer Pluspunkt.

Textlich beschreibt „Oh, The Good Life“ die positiven und (auch negativen) Dinge des Lebens. Mal in resümierender und mal in vorausschauender Weise. So hat das Dou ihre eigenen Vorstellungen und Erwartungen vom Leben in melancholische und machmal auch in naive Wortspiele eingepackt. Nur das nette Schleifchen drum herum fehlt. Doch dies ist auch gar nicht nötig. Der Titel des Longplayers steht also für das was „drin“ ist. Das Albumcover bildet zudem noch das perfekte Aushängeschild.

Ein beeindruckendes Zweitlingswerk! Weiter so!

Anspieltipps:

  • In the future
  • Grizzly Hugging
  • Fingers Crossed

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