Albumcheck | LP1 von Joss Stone

Man kann gar nicht aufhören zu zählen, wie viele Musiker im Laufe der Jahre Ärger mit ihrem Major Label hatten. Die Liste ist sehr lang. Auch der britischen Soul-Sängerin Joss Stone ging der Dauerdisput mit ihrem Label EMI auf die Nerven. Immer wieder soll Stone durch die Veränderung ihrer Haarfarbe den Zorn auf sich gezogen haben. Doch dies allein kann schließlich kein bedeutender Grund dafür sein, dass die Grammy-Gewinnerin letztendlich ihr eigenes Label Stone’d Records gegründet hat.

Mit dem Album „LP1“, welches bereits am 22. Juli diesen Jahres veröffentlicht wurde, stellt Joss Stone unter Beweis, dass in ihr weit mehr steckt als eine großartige Soulsängerin. Für den Longplayer hat sie schließlich den ehemaligen Eurythmics-Gründer und Produzenten Dave Stewart verpflichtet. Von daher klingt „LP1“ etwas rockiger. Allerdings steht der soulige Rock der jungen Sängerin gut zu Gesicht. Aufgenommen wurde die Scheibe übrigens in den legendären Blackbird Studio in Nashville, Tennesse. Joss Stone selbst hat neben Dave Stewart das Album co-produziert.

Die Gewinnerin von zwei Brit Awards überrascht mit kreativer Vielfalt. „LP1“ ist zwar kein typischer Joss Stone Longplayer wie man von ihr kennt, da sie sich ein wenig „neu erfunden“ hat. Bei eigenem Label bleibt eine künstlerische Weiterentwicklung nicht aus. Und das ist auch gut so. „Aretha Joplin“, wie Stone auch genannt wird, wirkt befreiter, gereifter, ja sogar sexy. Der Qualität ihrer Stimme schadet dies jedoch nicht.

Wir verzeihen Joss Stone, dass auf dem Werk lediglich zehn Tracks zu finden sind. Diesmal verzichten wir auf Punkteabzug äh… Sternabzug. Die Platte hat einfach soviel zu bieten, dass sie in diesem Jahr auf unsere Bestenliste kommt. Schnörkelos und dennoch sehr ausdrucksstark.

Leider spielt die CD nur knappe 40 Minuten, aber glücklicherweise gibt es die Repeat-Taste. Mit „LP1“ hat Joss Stone ein super starkes Album abgeliefert. Wirklich einzigartig.

Anspieltipps: 

  • Don’t start lying to me now
  • Cry myself to sleep
  • Somehow
  • Take good care

 

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