Albumcheck | Director’s Cut von Kate Bush

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Lange Zeit ist es ruhig um Kate Bush geworden. Trotz zahlreicher veröffentlichten Singles ließ ein neues Album doch ziemlich lange auf sich warten. Morgen hat das Warten ein Ende, da ihr neuer Longplayer „Director’s Cut“ am morgigen Freitag erscheinen wird. Die englische Sänger hat für ihr neues Album in die Mottenkiste gegriffen und ihre originalen Tonspuren von einzelnen Titeln aus ihren Alben “The Sensual World” (1989) und “The Red Shoes” (1993) herausgeholt und sie noch einmal eingesungen. Sämtliche Tracks wurden bearbeitet und erhalten nun Textpassagen von James Joyce, was ihr bei ihrer ersten Anfrage zu „The Sensual World“ noch verwehrt blieb.

Herausgekommen ist ein schönes musikalisches Werk, welches Kate Bush auf ihrem eigenen Label veröffentlicht hat. Kate Bush wäre nicht sie selbst, wenn auch nicht „Directors Cut“ die teilweise skurrile Handschrift der Musikerin tragen würde. Ausgestattet mit einer als Buch aufgemachten CD-Verpackung, zieren viele künstlerische Fotos das Innenleben des so genannten Booklets, das ja eigentlich gar keins ist. Schon allein diese Idee verlangt nach der vollen Sternenzahl. Der erste Titel nennt sich „Flower of mountain“, der originale Titel war „Sensual World“. Hier erkennt man, dass die Stimme der Musikerin gereifter und gesetzter klingt. Besonders herausragend die schottischen bzw. irischen Hintergrundmusik. Nach folgend der Track „Song of Solomon“, wo Kate Bush wieder ihre engelshafte Stimmlage zum Besten gibt. Sie hat ihre exzentrische und wilde Seite wieder entdeckt. Mit „Lily“ zeigt Bush, dass sie ein unglaubliches Rhythmuspotenzial hat, dass sie gern in einzelnen Passagen versteckt.

In ihren Liedern steckt nicht nur eine gewisse Genialität, welche die Engländerin teilweise ins abgedrehte ausreizt, sondern auch sehr viel Melancholie. Dies wird auch im Song „Deeper Understanding“ hörbar. Gelungen ist auch die neue Interpretation von „The Red Shoes“, der auch den letzten Zuhörer vom Hocker reißen dürfte. Der Longplayer „Director’s Cut“ ist an sich schon sehr andächtig, doch mit „This womans‘ s work“ dringt Kate Bush in die tiefsten Tiefen der Seele vor. Sogleich reiht sich „Moments of pleasure“ ein, bei dem man anfänglich nur Kate Bush in Klavierbegleitung hört. Ihr Gesang wird nur zwischenzeitlich durch einen Chor unterbrochen, der allerdings den elfenhaften Klag von Kate Bush unterstreicht.

Hier das Video der ersten Single Auskopplung:

Nicht weniger romantisch wird es mit dem Titel „Never be mine“. Hat man sich als Zuhörer schon fast an die Stille des Albums gewöhnt, wirbelt „Top of the City“ die Gefühlslage mit einem rockigen Einspielungen richtig auf. Etwas deplatziert erscheint „And so is love“, der zwar sicherlich gut zum Gesamtkonzept passt, aber dennoch Fragen aufwirft. Ähnlich enttäuschend ist der letzte Track „Rubberband Girl“. Der sonst so schwungvolle und ereignisreiche Song hat leider seinen Charme verloren. Abschließend lässt sich jedoch sagen, dass Kate Bush mit „Director’s Cut“ ein schöne und inspirierende Arbeit gelungen ist.

Anspieltipps:

  • Lilly
  • The Red Shoes
  • Moments of Pleasure

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